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Zur Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und einigen Irrtümern

 

10. Mai 1933 fand, übrigens nicht zum erst Mal, in Deutschland durch Agitation der Nationalsozialisten eine weitflächige Bücherverbrennungs-Aktion statt. Betroffen waren die Bücher diverser Autoren, die im nationalsozialistischen Deutschland, als undeutsch gebrandmarkt wurden. Federführend im Bereich der 22 Universitätsstädten zeichnete sich dabei die Deutsche Studentenschaft. Der Aktion wider den undeutschen Geist fielen zehntausende von Büchern von jüdischen, marxistischen und pazifistischen Autoren zum Opfer.

Doch sind Deutsche Studentenschaft (DSt) und Burschenschaften sowie Korporationen ein und dasselbe? Natürlich nicht!

Betrachten wir dazu die DSt und den NSDStB kurz näher. Die DSt bestand von 1919 bis 1945, wurde spätestens seit 1931 durch den NS-Studentenbund dominiert und geleitet, 1936 mit dem NS-Studentenbund zusammengelegt und 1945 verboten. Der NS-Studentenbund, eigentliche Bezeichnung Nationalsozialistische Deutsche Studentenbund (NSDStB) wurde 1926 durch die NSDAP gegründet. Wie auch in anderen Bereichen wurde auch hier ein hoher und umfassender Grad an Organisation und Kontrolle angestrebt. Dies geschah durch lokale Kameradschaftsgründungen, Kasernierung in dem jeweiligen Kameradschaftshaus und der Einbezug aller Studenten.

Burschenschaften und Korporationen wurden als reaktionär, spießig, veraltet, elitär und ewiggestrig denunziert.
Das den Conventen eigene Demokratieprinzip lief dem Führerprinzip zu wider, das Lebensbundprinzip ignorierte des Arierprinzip. Aber auch Brauchtum, Couleur, Ehrbegriff und Lebensfreude passten so gar nicht in das von der NSDAP propagierte Weltbild.
Göttinger Krawalle, also die Straßenschlachten 1934 zwischen Verbindungsstudenten und NAZIs, vor allem aber das Heidelberger Spargelessen 1935, bei dem Mitglieder der Saxo Borussia Adolf Hitler öffentlich kritisierten und ihr Missfallen gegen Partei und Maßnahmen äußerten, waren die öffentlichen Ausprägungen der Ablehnung des NS-Apparats durch Burschen und Alte Herren. Dies zusammen mit den Tatsachen, dass weder Burschenschaften noch Korporationen ihre jüdischen Alten Herren entließen (sogar freiwillige Austritte, die die entsprechenden Alten Herren zum Schutz ihrer Verbindungen vollzogen, nicht annahmen) und sich nur 25% dem NSDAP-Willen unterwarfen, führte zum NS-Postulat, dass sich Mitgliedschaften in verpflichtenden NS-Organisationen mit dem klassischen Verbindungsbrauchtum ausschließt. Als dies auch noch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielt, sich die Mehrzahl der Corps/Burschenschaften und Korporationen zwischen 1934 und 1936 eher suspendierten und/oder auflösten (nicht wenige tarnten sich in der Folgezeit als Kameradschaften (so auch durch NS-Organe dokumentiert, u.a. durch warnende, anklagende Schriftstücke vor solchen Tarnmanövern), erfolgte am 20.06.1938 dass durch Himmler ausgesprochene Verbot der noch verbliebenen, überwiegend katholischen Verbindungen.

Kurzum, die Bücherverbrennung den Burschenschaften und Kooperationen anzurechnen, ist einfach nur falsch. Die klassischen Verbindungen mit DSt und NSDStB gleich zu setzen ebenso.

Mit Hinblick auf die KDStV Carolus Magnus Saarbrücken im CV sei nur der Vollständigkeit erwähnt: sie wurde erst 1953 gegründet ;-)

 


Schlagworte:

Korporation, CM, Carolus, Magnus, KDStV, Burschenschaft, AV

 

Phelan Andreas Neumann, 2013/05/10 - 22:48, Artikelkennung: 20130510224814-phelan


Zitierhilfe:
Phelan Andreas Neumann: Zur Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und einigen Irrtümern, Fassung vom 2013/05/10 - 22:48, http://socials.rodena.de/Blog.php5?id=20130510224814-phelan [eingesehen am 11.12.2017].
oder:Phelan Andreas Neumann: Zur Bücherverbrennung am 10. Mai 1933 und einigen Irrtümern, Fassung vom 2013/05/10 - 22:48, http://socials.csv.net/Blog.php5?id=20130510224814-phelan [eingesehen am 11.12.2017].

 

 

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