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Ruhrkohle AG (RAG) vergisst: es geht nicht nur um Beben!

 



Ruhrkohle AG (RAG) vergisst: es geht nicht nur um Beben!

Im September 2014 bebte wieder deutlich die Erde. Das erste Mal seit dem starken Beben von 2008. Betroffen war die Region Lebach, über Dillingen bis Saarwellingen. Die Schwinggeschwindigkeit von 3,6 mm/sec war zwar nicht ansatzweise so hoch wie die ca. 93 mm/sec in 2008 und dieses Beben hatte auch „nur“ eine 2,7 auf der Richterskala, dennoch sollte man es nicht so bagatellisieren, wie es die RAG gerade praktiziert. Das Epizentrum war im Bereich des ehemaligen Abbaugebietes Primsmulde, das Hypozentrum in ca. 1.400 Metern Tiefe. Einen Zusammenhang zwischen steigendem Grubenwasser und dem Beben sieht die RAG nicht, wobei man natürlich einräumt, dass es zu weiteren „kleinen Beben“ kommen kann. Gerne wird von „natürlichen Spannungen“ schwadroniert – das es zahlreiche Warnungen im Vorfeld bzgl. diesem Grubenwasseranstieg und neuen Beben gegeben hat, wird dabei völlig „übersehen“.

Das Flutenlassen der Bergwerke im Saarland sollte umgehend gestoppt werden, bis die tatsächlichen Folgen durch ein neutrales Gutachten geklärt sind. Und nicht durch den Schädiger RAG, der gleichzeitig auch als Schadenssachverständiger, Regulierer und Datenmonopolist auftritt. Die Grundwasser- und Geoforschung GmbH hat die mögliche Palette an Folgen – neben neuen Beben - deutlich aufgezeigt: Austrocknung bis Hebungen, Senkungen und Schiefstände von Gebäuden – und damit der Zerstörung und/oder Wertminderung der Existenzgrundlage von vielen betroffenen Saarländern. Die praktischen Erkenntnisse aus der Warndtregion verheißen nichts Gutes!

Aber auch das Problem des Grubenwassers an sich ist nicht zu unterschätzen, wie das Ruhrgebiet und der Warndt zeigen: hohe Schadstoffbelastung (bis 1500 mg Chlorid/l) und Ausritte von Methan, Radon sowie CO2 gefährden Grundwasser und Umgebung.

„Aktuell kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass die RAG das Saarland und vor allem den Saarlouiser Landkreis als Trial-and-Error-Feldlabor frei dem Motto benutzen darf: die Zeche zahlen die Bürger, lasst es uns also einfach ausprobieren! Hier muss endlich ein Riegel vorgeschoben werden. Existenzängste auf mehrere Jahre, signifikante Wegzugszahlen aus den betroffenen Gebieten, finanzielle Mehrbelastung der betroffenen Kommunen, die gleichzeitig unter Steuer- und Mietausfälle leiden, sind schon direkte Folgen. Aber auch für die Zukunft sieht es dort schlecht aus: wie will man Firmen zur Neuansiedlung in erdbebengefährdeten Gebieten gewinnen? Wie will man Bürgern dort einen Neubau schmackhaft machen? Die RAG ist fein raus: seit 2002 wurde der Verjährungszeitraum von ursprünglich 30 auf 10 Jahre herabgesetzt.“ so der Kreisgeschäftsführer DIE LINKE. Saarlouis Neumann.


#rag #beben2014

 


Schlagworte:

RAG,Grubenwasser,Grundwasser,Beben 2014

 

Phelan Andreas Neumann, 2014/09/17 - 01:46, Artikelkennung: 20140917014645-phelan


Zitierhilfe:
Phelan Andreas Neumann: Ruhrkohle AG (RAG) vergisst: es geht nicht nur um Beben!, Fassung vom 2014/09/17 - 01:46, http://socials.rodena.de/Blog.php5?id=20140917014645-phelan [eingesehen am 18.10.2017].
oder:Phelan Andreas Neumann: Ruhrkohle AG (RAG) vergisst: es geht nicht nur um Beben!, Fassung vom 2014/09/17 - 01:46, http://socials.csv.net/Blog.php5?id=20140917014645-phelan [eingesehen am 18.10.2017].

 

 

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