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SPD zwischen Gutsherrenart und feudaler Postenvergütung

 



Wer bislang immer noch glaubte, dass die SPD eine Arbeiterpartei wäre, darf sich von diesem Gedanken nun wirklich verabschieden. Denn zurzeit wird nach bester Gutsherrenart die Position des Sparkassenpräsidenten ausgelobt und in den eigenen Reihen geschaut, wer sich im Feudalsystem der GroKo-Belohnungsposten diese Sahneschnitte verdient hat.


So konnte man am 12.3.2015 den SR-Meldungen entnehmen, dass man innerhalb der großen Koalition ins Auge fasst, die amtierende Neunkircher Landrätin Hoffmann-Bethscheider (SPD) zur neuen Sparkassenpräsidentin zu küren. Nach mehreren Benennungen und Absagen von SPD-Politikern, sucht man innerhalb der SPD weiter nach einem Kandidaten, weil man immer noch an der Reihe sei, vgl. SR 25.2.2015. Man kann sich des Eindrucks nicht erwehren, dass Kompetenz nicht zwingendes Kriterium bei dieser satirisch anmutenden Suche ist. Vielleicht wäre es sogar zum Lachen, wenn sich durch das Gehalt des Sparkassenpräsidenten und der Person Hoffmann-Bethscheider nicht gleichzeitig zwei wirklich ernste Problemfelder auftäten.

Das erste Problemfeld ist die Vergütung des Sparkassenpräsidenten. Die große Koalition redet viel vom Sparen, es werden tiefe Einschnitte gefordert, aber seltsamerweise nur in Bereichen – so der Universität des Saarlandes – in denen man keine Parteimitglieder der GroKo versorgen kann. Eine Juniorprofessur, gegenüber dem zurzeit als politischem Belohnungsposten ausgestaltetem, Sparkassenpräsidentenposten ist geradezu für einen Schnäppchenpreis zu haben. Da stehen geschätzte 220.000 Euro Jahresgehalt des politisch-vergebenen Sparkassenpräsidenten (SZ, 11.9.2012, mj) geradezu günstigen 42.667 Euro einer durch Fachkompetenz vergebenen Juniorprofessur gegenüber. Der Juniorprofessor leistet Bildungsarbeit und bringt das Saarland voran, der Sparkassenpräsident repräsentiert. An der politischen Vergabe kann auch kein Zweifel bestehen, wie das Beharren der SPD auf „Wir sind immer noch dran“ zeigt. Ganz nach dem Motto: ihr habt vorher versorgt, nun sind wir immer noch dran. Gutsherren lassen grüßen.
Für ein rein repräsentatives und nur marginal aufsichtsrechtlich zu bezeichnendes Gehaltspöstchen sind 220.000 Euro Jahresgehalt schlicht zu viel. Diese Einnahmenoase für Politiker der GroKo zahlen die Sparkassen-Kunden mit ihrem Geld Die Sparkassen lieben ihren Wucherzins bei den Dispokrediten, sparen sich Filialen und am Service, aber dieses Repräsentationsamt soll bleiben. Die Position des Sparkassenpräsidenten gehört in dieser Form endgültig abgeschafft. Hier gehört, wie in einem ordentlichen Aufsichtsrat, jemand benannt der Fachwissen, Kompetenz und Erfahrung vorweisen kann. Es ist schon tragikomisch, wenn CDU und SPD auf das gestiegene Anforderungsprofil bei dem Sparkassenpräsidenten und hochkomplexe Aufgaben verweisen, gleichzeitig völlig fachfremden Seiteneinsteiger nominieren. Aktuell zählt als Anforderung offensichtlich nur das richtige Parteibuch.

Das zweite Problemfeld ist die Neunkircher Landrätin. Vier Jahre ist sie jetzt im Amt. „Bewirkt“ wurde bisher eine Explosion der Kreisumlage und viele offene Baustellen im Kreis – und damit sind nicht nur echte Baustellen gemeint. Statt sich ihrer Verantwortung zu stellen und unter Beweis zu stellen, dass das damalige Wählervotum gerechtfertigt war, zieht es sie auf diesen belastungsärmeren, den Vor-Ort-Problemen entrückten Posten, der dazu fürstlich bezahlt wird. Diese Gutsherrenart der Postenverteilung muss endlich ein Ende haben.

Die Damen und Herren müssen zu dem Amt, in das sie sich haben wählen lassen, auch stehen. Da dies in einem Feudalsystem der Postenvergabe nicht so einfach zu sein scheint, sollte als „Anreiz“ damit begonnen werden entweder Kompetenz, Erfahrung und Fachwissen zu fordern oder aber die Position des Sparkassenpräsidenten zu einem Ehrenamt umstrukturiert werden. Wenn es eine geringe Aufwandspauschale, statt einem hohen Jahreseinkommen gibt - von dem die Mehrheit der saarländischen Bevölkerung nur träumen kann - dürfte das Interesse Landrätin zu bleiben wieder signifikant steigen. Und vielleicht kann man bei einem Wegfall der üppigen 220.000 Euro auch wieder über einen Wegfall der Gebühren für Vereine nachdenken. (erstveröffentlicht auf www.dielinke-kv-saarlouis.de)

 


Schlagworte:

ksk,sparkasse,saarland,die linke

 

Phelan Andreas Neumann, 2015/03/15 - 01:12, Artikelkennung: 20150315011213-phelan


Zitierhilfe:
Phelan Andreas Neumann: SPD zwischen Gutsherrenart und feudaler Postenvergütung, Fassung vom 2015/03/15 - 01:12, http://socials.rodena.de/Blog.php5?id=20150315011213-phelan [eingesehen am 18.10.2017].
oder:Phelan Andreas Neumann: SPD zwischen Gutsherrenart und feudaler Postenvergütung, Fassung vom 2015/03/15 - 01:12, http://socials.csv.net/Blog.php5?id=20150315011213-phelan [eingesehen am 18.10.2017].

 

 

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